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Kursauswahl

Programmübersicht | Programm | Kultur und Gestalten | Literatur/ Schreiben | Literaturgeschichte

Plätze frei Buchvorstellung, Lesung und Diskussion: „Das automatische Reich (26H20330)

Mi. 30.09.2026 18:00 - 20:00 Uhr
Dozent: Ralph Hammerthaler

Ein Romanautor zeichnet es vor, ein Postwachstumsforscher zeigt, was dran ist. Ralph Hammerthaler (im TaF vor Ort) und Niko Paech (online zugeschaltet) gehen erzählerisch und analytisch tief ins 21. Jahrhundert: Die Erde hat sich weiter erhitzt, Roboter sind in die Gesellschaft integriert, der Mars wird besiedelt. Von der EU ist ein "Tri-Staat" übriggeblieben, bestehend aus Frankreich, Deutschland und Polen - autoritär und technologisch ausgetüftelt. Ein abgründiger Zukunftsroman, der durch reale Einwürfe von Forscherinnen und Forschern bereichert wird, darunter Eileen Blum, Alena Buyx, Antje Boetius, Aladin El-Mafaalani und Niko Paech. Die Veranstaltung führt kurz in die Geschichte ein und nimmt anschließend die Gegenwart in den Blick. Die Vielstimmigkeit aktueller Gesellschaftsentwürfe wird genauso sichtbar wie einer der pointiertesten volkswirtschaftlichen Diagnosen von Niko Paech, der selbst online die Veranstaltung bereichert.

Ralph Hammerthaler lebt und arbeitet als Autor und Publizist in Berlin. Er studierte u.a. in Jena. "Das automatische Reich" ist seine neunte Romanveröffentlichung. Niko Paech forscht und lehrt u.a. an der Universität Siegen. Zu Postwachstumsökonomien veröffentlicht er seit mehr als 20 Jahren und erfährt viel Resonanz für seine Wachstumskritik. 

Besondere Anmeldebedingungen beachten! vhs.wissen live: Deutsch-jüdische und israelische Literatur (26H10003)

Mo. 12.10.2026 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: vhs.wissen live

Seit Heinrich Heine und bis in die Gegenwart sind jüdische Autoren und Autorinnen ein wichtiger Bestandteil der deutschen Literatur. In ihren Werken kommt zum Ausdruck, was man die „deutsch-jüdische Symbiose“ zu nennen pflegte.
Aber nicht erst seit Hitler war dieser Begriff sehr problematisch und wird heute kaum noch verwendet.

Seit etwa zwei Generationen gibt es in Deutschland auch jüdische Autoren und Autorinnen aus einem anderen Land: aus Israel.
Nach der Staatsgründung 1948 dauerte es noch etwa zwei Jahrzehnte, bis diese Literatur international bekannt wurde, und seit den 1980er Jahren sind Namen wie Amos Oz, Zruya Shalev oder David Grossman auf dem deutschen Buchmarkt sehr präsent.

Als Dichter und Verleger kennt Michael Krüger viele israelische Autoren persönlich; Jakob Hessing, Autor und Germanist an der Hebräischen Universität in Jerusalem, erforscht die Geschichte der deutsch-jüdischen Literatur. In einem Gespräch tauschen sie ihre Erfahrungen aus.

Plätze frei Die autoritären Tendenzen des Libertarismus (26H10120)

Mi. 28.10.2026 18:00 - 20:00 Uhr
Dozent: Yann Schosser

In den vergangenen Jahren ist es zu einer augenscheinlich widersprüchlichen Allianz gekommen. Autoritäre Herrschaftsansprüche werden zunehmend von Vertreter:innen radikaler individueller Freiheit unterstützt. So etwa in der zweiten Amtszeit Donald Trumps in den USA durch die Techmilliardäre des SIllicon Valley oder in Argentinien unter der Präsidentschaft Javier Mileis. Wie ist die Verbindung von Autoritarismus und individueller Freiheit zu verstehen? Welcher Begriff der Freiheit ist hier im Spiel? Und welche Bedeutung hat diese Strömung in der Neue Rechten in Deutschland? Diesen Fragen geht der Vortrag von Maximilian Huschke und Yann Schosser nach. Beide forschen und lehren am Institut für Philosophie der FSU Jena. Sie beschäftigen sich unter anderem mit Fragen der Eigentums­begrün­dung und -kritik

Plätze frei Die Abwahl der Demokratie im liberalen Jena (26H10121)

Mi. 04.11.2026 18:00 - 20:00 Uhr
Dozent: Dr. Rüdiger Stutz

Zu den Reichstagswahlen von 1928 erzielte die SPD im Stadtkreis Jena reichsweit eines ihrer besten Wahlergebnisse. Demgegenüber erreichten die demokratiefeindlichen Parteien (extreme Rechte und KPD) bei den letzten Reichstagswahlen in der Weimarer Republik nur vier Jahre später in Jena eine klare Mehrheit der gültigen Stimmen. Die Präsentation veranschaulicht diesen krisengetriebenen Abkehrprozess eines wachsenden Teils des Wahlvolks vom parlamentarisch-demokratischen Regierungssystem anhand der Wählerwanderungen in ausgewählten Stimmbezirken. Von Handwerksmeistern, Gewerbetreibenden und völkisch ausgerichteten Beamten bzw. Pensionären in den kernstädtischen Stimmbezirken 1929/30 ausgehend und 1932 auf andere Teile des Bildungs- und Wirtschaftsbürgertums, der Beamtenschaft und proletarisierten Kreisen in den alten Vorstädten und randstädtischen Stimmbezirken übergreifend, dominierten bereits vor Hitlers Kanzlerschaft außerhalb der Stammbelegschaften von Zeiss und Schott unter der Wählerschaft autoritär-antidemokratische Einstellungslagen.

Viele Unterschiede in Herkunft, Sprache, Ernährung oder Kultur bleiben für Kinder häufig unsichtbar - und prägen trotzdem ihr ganzes Leben. Gerad Raidt hat ein Kinder-, Jugend- und Elternbuch über Klassismus geschrieben und stellt es am 25.11. im TaF vor.  Auf eindrucksvolle Weise zeigt sie wie kleine Unterschiede beim Wohnen, Essen, Sprechen, Sport oder bei kulturellen Aktivitäten langfristige Folgen haben können. Engagiert im Ton, reich illustriert und mit klaren Beispielen erklärt dieses Sachbuch, wie gesellschaftliche Ungleichheiten entstehen und warum es wichtig ist, sie früh zu erkennen. Ein Buch voller Aha-Erlebnisse!

Als freie Illustratorin vieler Bücher für verschiedene Verlage ist Gerda Raidt seit einiger Zeit auch als Autorin tätig. Sie lebt in Leipzig. Ihre schön gestalteten Kinderbücher befassen sich mit Themen unserer Lebens- und Alltagswelt. In ihrem aktuellen "Klassenbuch" erklärt sie die kleinen, feinen Unterschiede und wie sie unsere Lebenswege prägen.

Vor 70 Jahren, am 30. November 1956, fand in der Mensa der Universität ein Physikerball statt, der durch treffsicheres Kabarett ein Echo weit über die Jenaer Universität hinaus fand. Die Szenen nahmen Bezug auf den Bruch mit dem Stalin-Kult und den Aufstand in Ungarn, der am 04. November von sowjetischen Truppen blutig niedergeschlagen worden war. Das Ballprogramm traf die Stimmung in der Bevölkerung und an der Universität - eine breite Empörung gegen das herrschende kommunistische System. Der Physikerball wurde so zu einem Fanal für Freiheit weit über Jena hinaus, das lange nachhallte.
Mehrere Physikerball-Akteure, soweit sie nicht rechtzeitig in den Westen flohen, wurden im Rahmen der vier Prozesse gegen die Widerstandsgruppe "Eisenberger Kreis“ angeklagt und im September und Oktober 1958 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Universität Jena und die vhs Jena möchten mit der Veranstaltung an dieses denkwürdige Ereignis erinnern. Bei Drucklegung des Programmheftes standen noch nicht alle Details fest. Angefragt für ein Grußwort zu dem Zeitpunkt: Oberbürgermeister der Stadt Jena, Dr. Thomas Nitzsche; Präsident der Universität, Prof. Dr. Andreas Marx; Musikalische Umrahmung; Beitrag von Studierenden der Physikalisch-Astronomischen Fakultät; Historische Einbettung durch Detlef Himmelreich unter der möglichen Beteiligung einer damaligen Studentin. Den genauen Ablauf und die Akteure des Abends entnehmen Sie bitte den aktuellen Veröffentlichungen von Universität und Volkshochschule.

Plätze frei Geothermie - Von Island bis zum Inselplatz (26H10902)

Do. 10.12.2026 18:00 - 20:15 Uhr
Dozentin: Dr. Sandra Franke

Geothermie nutzt die Erdwärme als erneuerbare und grundlastfähige Energiequelle, bietet ein hohes Potenzial für klimafreundliche Wärme- und Stromversorgung und stellt eine stabile, regionale und nachhaltige Ergänzung im Energiemix dar. Island zeigt mit seinen zahlreichen Geothermie-Anlagen, wie Erdwärme im großen Stil zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt werden kann, wenn die geologischen Voraussetzungen stimmen. Auch in Norddeutschland gelten tiefliegende Gesteinsschichten als vielversprechende Potenzialregionen für eine hydrogeothermale Nutzung zur Wärmegewinnung. Das älteste Geothermiekraftwerk in Waren (Müritz) ging 1984 ans Netz und ist damit Vorreiter in Deutschland bzw. der ehemaligen DDR. Aktuellste Projekte in u.a. Thüringen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bayern verdeutlichen die wachsende Relevanz dieser Technologie. Auch unter unserem Jenaer Inselplatz finden Konzepte der oberflächennahen geothermischen Erschließung bei der Klimatisierung von Gebäuden Anwendung. Der Vortrag zeigt, was Geothermie ist, wo es sie überall gibt und wie sie erschlossen wird -von Island bis zum Inselplatz.

Plätze frei Poren, Permeabilität und Potenziale: Was Speichergesteine leisten können (26H10903)

Do. 14.01.2027 18:00 - 20:15 Uhr
Dozentin: Dr. Sandra Franke

Die Untergrundspeicherung spielt eine zentrale Rolle für unsere Energieversorgung und die Energiewende. Geologische Untergrundformationen werden zunächst zur Förderung von Erdöl und Erdgas erschlossen und können nach dem Ende ihrer wirtschaftlichen Nutzung als geogene Speicher weiterverwendet werden. In der Vergangenheit wurden ehemalige Lagerstätten meist für die Speicherung von Stadt- bzw. Kohlegas nachgenutzt, später vor allem für Erdgas. Heute gewinnen sie zunehmend an Bedeutung für die Speicherung von Kohlenstoffdioxid (CO?) zur Treibhausgasreduktion sowie perspektivisch für Wasserstoff (H2) als Energieträger. Ein Einblick in die Gesteinskunde mit Bildern und Videos aus der Dünnschliffmikroskopie veranschaulicht die mineralogischen und strukturellen Eigenschaften von Speichergesteinen. Im Vortrag werden folgende Fragen zum Thema Untergrundspeicherung geklärt: Wie sehen Speichergesteine aus? Wie beeinflussen Gesteinseigenschaften wie Porosität, Permeabilität und der Mineralbestand die Eignung als Speichergestein? Wann ist eine geologische Untergrundformation für die sichere und effiziente Untergrundspeicherung geeignet?






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