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Volkshochschule Jena
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Geschichte - Nordlandfahrt von Adolf Reichwein

Warum heißen unsere Räume so?

Im Jahr 1928 unternahm Adolf Reichwein, der Leiter der Volkshochschule Jena in den 1920er Jahren, eine besondere Reise: die sogenannte Nordlandfahrt. Diese Reise war Teil seines reformpädagogischen Unterrichts – also eines Unterrichts, bei dem das Lernen durch Erleben und Mitmachen im Mittelpunkt stand. Dass das Erleben zum legendären Erlebnis einer Fahrt mit Irrungen und Wirrungen wurde, hatte sich beim Start niemand vorgestellt …

Raumbenennung als Projekt

Wir – Allegra Stiehl (Bundesfreiwillige) und Tina-Marie Wolke (Freiwillige im Kulturellen Jahr) in 2024/2025 an der vhs Jena – haben uns von dieser Reise inspirieren lassen. Im Rahmen eines eigenen Projektes haben wir uns der Aufgabe gestellt, die bis dahin lediglich nummerierten Seminarräume im vhs-Seminarzentrum in der Grietgasse 6 nach ausgewählten Stationen der Nordlandfahrt zu benennen. 

Wer war Adolf Reichwein?

Dr. Adolf Reichwein (1898 – 1944) war Pädagoge, Erwachsenenbildner, Historiker und Kulturpolitiker (SPD). Im Jahr 1925 gründete er in Jena ein sogenanntes „Jungarbeiterheim“ als Lebens- und Bildungsort in einem Wohnhaus in der heutigen Beutenbergstraße 8. Hier lebten junge Arbeiter, u. a. des Schott- und Zeiss-Werkes. Unterstützt wurde dies von der Zeiss-Stiftung. 

Reichwein wurde am 20. Oktober 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet: Als Mitglied der Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“ und geplanter Kultusminister im Nachkriegskabinett hatte er aktiv gegen das NS-Regime gearbeitet.  

Was hat es mit der Nordlandfahrt auf sich?

Im Jahr 1928 reiste Reichwein mit einer Gruppe junger Menschen von Jena aus nach Skandinavien – zu Fuß, mit Fahrrad, Zug und Schiff. Die Reise war Abschluss eines Jahrgangs im Jungarbeiterheim am Beutenberg und hatte ein wesentliches Ziel: Lernen durch eigenes Erleben. Draußen in der Natur, im Austausch mit anderen Kulturen und im gemeinsamen Zusammenleben sollte Wissen entstehen: praktisch und lebendig. 

Die Reise führte sie unter anderem nach Kopenhagen, Roskilde, Helsingör, Oslo, Hammerfest, Lappland, Kiruna, Wyborg, Oulu und am Ende nach Helsinki.

Warum diese Raumnamen?

Unsere Räume tragen die Namen von ausgewählten Orten, die auf der Nordlandfahrt besonders wichtig waren. Sie stehen für gemeinsames Lernen, Naturerfahrungen und kulturellen Austausch. Und sind das nicht wunderbare Motive der Arbeit der Volkshochschulen?

Die Informationen zu den einzelnen Räumen werden fortlaufend ergänzt

Mehr Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen und den einzelnen Orten finden Sie unter den Nachfolgenden Feldern:



Jubiläum am 29. April 2026
©wikipedia - Reichwein Family

09:30 - 10:30 Uhr

Lutherhaus Jena - Hügelstraße 6a

„Adolf Reichwein – seine Ideen zur Politischen Bildung an der vhs Jena“ 

Vortrag & Gesprächsrunde über Reichwein und sein Wirken in Jena

18:30 - 20:30 Uhr

vhs Seminarzentrum, Grietgasse 6

“Politische Bildung in Thüringen zwischen 1919 und 1932"

Vortrag von Pierre Schmuck (Uni Freiburg)

©Diego HG

Seminarraum 1

Reichwein besuchte in Kopenhagen, der Hauptstadt Dänemarks, das Parlament, das seinen Sitz bis heute im Schloss Christiansborg hat. 

Die Gruppe besuchte auch den Fischmarkt. Diesen gibt es nicht mehr. Dafür kann man in legendären Fischrestaurants einkehren.

©pejft

Seminarraum 2

Die Volkshochschule in Roskilde, die Reichweins Gruppe damals besucht hat, existiert in dieser Form nicht mehr.

Stattdessen gibt es nun ein neues Erwachsenenbildungszentrum in Roskilde. Es heißt „Roskilde Festival Højskole“.

©Rasmus Andersen

Seminarraum 3

Auf Reichweins Reise besuchte er auch die Volkshochschule in Helsingör.

Heute befindet sich dort das „International People’s College“. Die Stadt ist vor allem durch Shakespeares „Hamlet“ bekannt.

©Andrey

Seminarraum 4

Adolf Reichwein besuchte das Kraftwerk ,,Solbergfoss‘‘ in der Nähe von Oslo.

Seit 1924 nutzt das Kraftwerk Solbergfoss Wasserkraft. Der Fluss Glomma, der längste Fluss Norwegens, staut sich auf. Es wandelt Wasserenergie in Strom um.

©w3design

Seminarraum 5

Reichwein kam bis zur damals nördlichsten Stadt der Erde, Hammerfest, und bis zum Nordkap. Die nördlichste Stadt ist heute aber Honningsvǻg in Norwegen. 

In dem Gebiet gibt es heute tolle Wanderwege und Plätze zu besichtigen, z. B. den Salen-Hügel.

©romanbabakin

Seminarraum 6

Die Gruppe von Reichwein verliert sich in den Mooren von Lappland.

Heutzutage gibt es in den Mooren viele sichere Wanderwege. Mit ein wenig Glück kann man dort auch Polarlichter sehen.

©Tobias Hadjioannou

Seminarraum 7

Reichwein machte in Kiruna Station, um in einer Bank Geld zu holen. 

Kiruna ist die nördlichste Stadt Schwedens. Dort wird seit 1890 Eisenerz abgebaut. Es ist das größte und modernste unterirdische Eisenerzbergwerk der Welt. Die Abbaufläche liegt 775 m unter der Erde.

©Alas_spb

Seminarraum 8

Reichwein machte in Kiruna Station, um in einer Bank Geld zu holen. Kiruna ist die nördlichste Stadt Schwedens.

Dort wird seit 1890 Eisenerz abgebaut. Es ist das größte und modernste unterirdische Eisenerzbergwerk der Welt. Die Abbaufläche liegt 775 m unter der Erde.

©Lurii Buriak

Seminarraum 9

In Oulu besuchte die Gruppe mit Reichwein eine Arbeiterschule. Heute hat Oulu eine der größten Universitäten in Finnland. 

©Vladislav Zolotov

Seminarraum 10

Auch die Hauptstadt Finnlands, Helsinki, war Teil der Nordlandfahrt. Reichwein besuchte dort u. a. die bis heute sehr bekannte Schokoladenfabrik FAZER – ein finnisches Familienunternehmen, das auf traditionelle Rezepte und hochwertige Rohstoffe Wert legt. 

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