Volkshochschule Jena
Eine Einrichtung von JenaKultur.
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Die Abwahl der Demokratie im liberalen Jena - Zur Massenstimmung und Wählerwanderung im Krisenmodus der Jahre 1929 bis 1933
Einen sehr interessanten Vortrag mit klarem Bezug auf die Geschichte Jenas in Hinblick auf die Machtergreifung Hitlers hält am Mittwoch, 4. November, 18.00 Uhr, Dr. Rüdiger Stutz im Treffpunkt am Fichteplatz (Fichteplatz 9).
Er ist der ehemalige Stadthistoriker der Stadt Jena und hervorragender Kenner der Jenaer Geschichte. Der Vortrag findet statt im Rahmen der Kooperations- und Veranstaltungsreihe „vhs im TaF“.
Worum wird es gehen? Zu den Reichstagswahlen von 1928 erzielte die SPD im Stadtkreis Jena reichsweit eines ihrer besten Wahlergebnisse. Demgegenüber erreichten die demokratiefeindlichen Parteien (extreme Rechte und KPD) bei den letzten Reichstagswahlen in der Weimarer Republik nur vier Jahre später in Jena eine klare Mehrheit der gültigen Stimmen.
Der Vortrag mit Präsentation und Diskussionsmöglichkeit veranschaulicht diesen krisengetriebenen Abkehrprozess eines wachsenden Teils des Wahlvolks vom parlamentarisch-demokratischen Regierungssystem anhand der Wählerwanderungen in ausgewählten Stimmbezirken. Dabei ist ersichtlich: Bereits vor Hitlers Kanzlerschaft dominierten außerhalb der Stammbelegschaften von Zeiss und Schott unter der Wählerschaft autoritär-antidemokratische Einstellungslagen. Diese sind 1929/30 zunächst vor allem bei Handwerksmeistern, Gewerbetreibenden und völkisch ausgerichteten Beamten bzw. Pensionären in den kernstädtischen Stimmbezirken nachweisbar.
Ab 1932 ist diese Tendenz auch übergreifend bei anderen Teilen des Bildungs- und Wirtschaftsbürgertums, der Beamtenschaft und proletarisierten Kreise in den alten Vorstädten und randstädtischen Stimmbezirken zu beobachten.
Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Der Treffpunkt am Fichteplatz verfügt jedoch über eine eingeschränkte Platzanzahl, daher wird rechtzeitiges Kommen empfohlen.
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